Hinweis zur Umsetzung der Energiepauschale in den Lohnabrechnungen ab September 2022

Autor: Amelie Bayerdörffer - 29.07.2022

Wie Sie bestimmt schon durch die Medien mitbekommen haben, soll im September 2022 die sogenannte Energiepreispauschale (EPP) einmalig als Entlastung für die aktuell hohen Energiepreise ausgezahlt werden. Wer erhält die Pauschale und zu welchem Zeitpunkt wird diese ausbezahlt? Wir informieren Sie über alles Wichtige hinsichtlich der EPP.

Die Auszahlung der Energiepreispauschale i.H.v. 300,00 € erfolgt durch die Arbeitgeber als einmaliger Zuschuss über die Lohn- und Gehaltsabrechnung für alle Arbeitnehmer, die sich am 01.09.2022 in einem Beschäftigungsverhältnis befinden.

Die Energiepreispauschale ist lohnsteuerpflichtig und sozialversicherungsfrei. Das bedeutet, dass Sie dahingehend nicht zusätzlich mit Sozialversicherungsabgaben belastet werden. Die entstehende Lohnsteuer geht zu Lasten des Arbeitnehmers.

Damit Sie als Arbeitgeber bzgl. der Auszahlung nicht in Vorleistung treten müssen, erhalten Sie bereits über die Lohnsteueranmeldung des Antragsmonats vom Finanzamt für jeden anspruchsberechtigten Arbeitnehmer jeweils 300 € als Gutschrift bzw. als Verrechnung mit der zu zahlenden Lohnsteuer. Im Anschlussmonat muss dann, zwingend über die Lohnabrechnung, die Auszahlung an die Arbeitnehmer erfolgen.

Die Antragsmonate ergeben sich durch die verschiedenen Lohnsteueranmeldungszeiträume. Sprich wenn Sie, Ihre Lohnsteueranmeldung:

  • monatlich abgeben, dann können Sie den Antrag auf die Auszahlung der EPP mit der Lohnsteueranmeldung August, Fälligkeit zum 10.09.2022, beantragen. Die Auszahlung der EPP an den Arbeitnehmer muss grundsätzlich mit der Lohnabrechnung September erfolgen.
  • quartalsweise abgeben, dann können Sie den Antrag auf die Auszahlung der EPP mit der Lohnsteueranmeldung September, Fälligkeit zum 10.10.2022, beantragen. Die Auszahlung der EPP an den Arbeitnehmer erfolgt dann mit der Lohnabrechnung Oktober.
  • jährlich abgeben, dann haben Sie ein Wahlrecht. Sie können auf die Auszahlung der EPP verzichten und Ihre Arbeitnehmer können diese dann im Rahmen der Einkommensteuererklärung 2022 erhalten.

Alternativ können Sie die EPP bis zum 31.12.2022 über die Lohnabrechnung an die Arbeitnehmer auszahlen. Die Erstattung durch das Finanzamt erfolgt dann mit der Lohnsteuerjahresmeldung mit Fälligkeit zum 10.01.2023.

Der Gesetzgeber hat die folgenden Voraussetzungen, für die Auszahlung der Energiepreispauschale festgelegt. Anspruchsberechtigt sind somit die folgenden Arbeitnehmer:

  • gegenwärtiges erstes Dienstverhältnis mit Einreihung in einer der Steuerklassen 1 bis 5
  • pauschal besteuerter Minijob
  • Arbeitnehmer in Elternzeit, sofern diese Elterngeld beziehen
  • kein kurzfristiges Beschäftigungsverhältnis besteht

Alle Minijobber, die noch einer Hauptbeschäftigung nachgehen, erhalten die Energiepreispauschale über diesen Hauptarbeitgeber. Minijobber bekommen demnach nur eine Auszahlung über die EPP, sofern der Minijob die einzige Beschäftigung ist. Um die Anspruchsberechtigung der Minijobber zu prüfen und eine fristgerechte Lohnsteueranmeldung vornehmen zu können, bitten wir Sie uns eine entsprechende Bestätigung für jeden Ihrer angestellten Minijobber bis zum 15.08.2022 per Email zukommen zu lassen. Ohne diese Bestätigung sind wir nicht berechtigt, eine Auszahlung der EPP vorzunehmen.

Bei Arbeitnehmern in Elternzeit benötigen wir als Nachweis den Elterngeldbescheid ein. Bitte reichen Sie uns diesen auch bis zum 15.08.2022 ein, um bei Arbeitnehmern in Elternzeit die EPP auszahlen zu dürfen.

Bitte beachten Sie, dass vom Gesetzgeber darauf verwiesen wird, dass kein Anspruch auf die Energiepreispauschale besteht, sofern ein Vertrag (z.B. „Gefälligkeitsverhältnis“) nur pro Forma abgeschlossen wird, um die EPP zu erlangen.

Selbständige, Gewerbetreibende sowie Land- und Forstwirte erhalten die Energiepreispauschale von Amtswegen über die Einkommensteuer-Vorauszahlung des 3. Quartals 2022 erstattet. Selbstständige, die keine Einkommensteuer-Vorauszahlung leisten müssen, müssen bis 2023 warten. Die EPP wird in solchen Fällen erst bei der Steuererklärung 2022 im kommenden Jahr berücksichtigt. Wer weniger als 300 EUR vorauszahlen muss, erhält in diesem Jahr nur einen Teilbetrag. Der restliche Anteil wird ebenfalls erst in 2023 mit der Steuererklärung 2022 berücksichtigt.

Bei Rückfragen oder Auskünfte zu Ihrem Lohnsteuerabgabezeitraum stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Ihre BRKH

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